Der Wurstelprater verdankt seinen Namen einer Figur des Volkstheaters, dem von Josef Anton Stranitzky kreierten „Hanswurst“. In der Zeit der Aufklärung wurden diese Theaterbühnen von den Marktplätzen der Inneren Stadt vertrieben und fanden im Prater ihre neue Heimstatt. Anlässlich der Weltausstellung 1873 wurde der Wurstelprater offiziell in Volksprater umbenannt. Heute ist der Begriff Volksprater fast gänzlich verschwunden.
Der Wurstelprater ist der wohl bekannteste Teil des Wiener Praters, in dem sich zahlreiche Schaustellbetriebe und Unterhaltungsbetriebe mit Geisterbahnen, Ringelspielen (Karussellen), Hochschaubahnen (Achterbahnen), Spiegelkabinetten und viele andere familienfreundliche fliegende Bauten befinden. Daneben findet man einige Automaten-Spielhallen und andere Glücksspieleinrichtungen im Wiener Prater. Auch eines der Wahrzeichen Wiens, das 1896/97 erbaute Riesenrad, ist dort zu finden. Es ist das einzige Überbleibsel des vermutlich ersten Themenparks der Welt - „Venedig in Wien“. Dieser wurde 1895 von Gabor Steiner zum Leben erweckt und stellte die Lagunenmetropole als Kulissenstadt auf der Kaiserwiese des Praters nach. Wasserkanäle wurden geschaffen, gesäumt von Schaustellerbuden und anderen Vergnügungsmöglichkeiten. Jährlich zur Sommersaison kamen neue Attraktionen hinzu. 1933 wurde auf Parzelle 96 die weltweit erste Geisterbahn von Friedrich Holzdorfer in Betrieb genommen.
Ein weiteres Riesenrad neueren Datums ist das 1993 eröffnete Blumenrad. Mit seinen 35 Metern Durchmesser ist es bedeutend kleiner als das Wiener Riesenrad und hat im Unterschied zu diesem drehbare offene Kabinen.
Drei weitere, wenngleich kleinere Wahrzeichen des Praters sind der Calafati, der Watschenmann und der Toboggan. Im Gegensatz zu vielen anderen Unterhaltungsparks ist zwar der Eintritt auf das Pratergelände frei, die konsumierten Unterhaltungen sind jedoch bei den einzelnen Schaustellern zu bezahlen.
Auch gastronomisch bietet der Wurstelprater eine große Vielfalt, beliebt sind zum Beispiel die Lángos, die an zahlreichen Ständen erhältlich sind, und das bekannte Schweizerhaus, das im Jahr 1920 von Karl Kolarik übernommen wurde. Heutzutage ist es vor allem für sein Budweiser Bier bekannt, das aufgrund des hohen und daher raschen Verbrauchs nur mit wenig CO2 versetzt werden muss und daher leichter schmeckt. Eine weitere Spezialität ist die Schweinsstelze (= Eisbein).
Die Liliputbahn ist eine bemerkenswerte Parkeisenbahn, die auf einem Rundkurs von 3,9 Kilometern Länge das Areal des Wiener Praters befährt. Hierbei überquert sie auch einige für den öffentlichen Straßenverkehr freigegebene Straßen. Sie hat eine Spurweite von 381 Millimetern und besteht seit 1928, wobei die Strecke bis 1933 zum Stadion am Wiener Prater verlängert wurde. Als Fahrzeuge stehen zwei Dampfloks, vier Diesellokomotiven und vier Personenzuggarnituren zur Verfügung. Die Hauptstation befindet sich nahe dem Riesenrad.
Ein weiteres, ungewöhnliches Objekt das im Prater steht, ist die Republik Kugelmugel, ein „Staat“ mit einem einzigen Einwohner und einem einzigen Haus - einem Kugelhaus. Der „Präsident“ des Staates, Edwin Lipburger, erbaute das Haus Anfang der 1970er-Jahre im niederösterreichischen Katzelsdorf und meinte, da sein Haus nur auf einem Punkt ruhe, und ein Punkt keine räumliche Ausdehnung habe, befände es sich in einem staatsfreien Raum und könne seine eigene Republik ausrufen. Später wurde seine „Republik“ in den Wiener Prater verfrachtet und steht dort heute noch, trotz verschiedenster Bemühungen der FPÖ, sie zu entfernen.
Am Rand des Praters befindet sich das Planetarium mit dem Pratermuseum, das mit vielen Exponaten die Geschichte dieses Vergnügungsparks erzählt.
Eine ähnliche, aber viel kleinere Einrichtung stellt der Böhmische Prater in Wien-Favoriten dar.
Der neue Riesenradplatz und das Restaurant Eisvogel.
Unweit vom Wurstelprater liegt das Ernst-Happel-Stadion, einer der Spielorte der Fußball-Europameisterschaft 2008. Ebenso wie die angrenzende Gegend rund um den Praterstern wurde auch der Wurstelprater im Rahmen der EM-Vorbereitungen umgestaltet. Verwirklicht wurde das Projekt eines "Eingangsportals" des Franzosen Emmanuel Mongon nahe dem Riesenrad, welches Gastronomiebetriebe, Infostände und Shops im Stil von „Wien um 1900“ beherbergt. Das Konzept lehnt sich an amerikanischen Vergnügungsparks an, deren Eingangsbereiche üblicherweise konzentriert viele Souvenirshops und Gastronomie bieten.
Das Projekt wurde teilweise kritisiert: Bereits im Vorfeld wurde beanstandet, dass es für den 32-Millionen-Euro-Auftrag keine öffentliche Ausschreibung gab. Weiters betraf das Projekt nur den Eingangsbereich, der Rest des Praters bleibt (auf Grund der kleinteiligen Pächterstruktur) „zersiedelt“ und zeigt ein inhomogenes Erscheinungsbild; dies ist jedoch ein typisches Merkmal des Wiener Praters. Auch die Ästhetik der Neubauten wurde in den Medien teilweise abgelehnt: Die Gestaltung erscheint trotz der hohen Kosten sehr billig, da sowohl die strukturierten Häuserfassaden als auch die graphischen Elemente lediglich aufgemalt wurden.
Am Rande des Wurstelpraters und in unmittelbarer Nähe zum neu gestalteten Pratervorplatz wurde Ende 2008 die zu diesem Zeitpunkt größte Diskothek Österreichs, der Praterdome, eröffnet.
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